Isabelle Graeff

Matter & Mind (Alle helfen Allen), 18 August – 30 September

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(english version below)

Matter & Mind (Alle helfen Allen)

In ihrer zweiten Einzelausstellung bei SEXAUER geht Isabelle Graeff mit Keramik, Fotografien und einer Videoinstallation der Frage nach, wie es denn nun sei mit Materie und Geist, Leib und Seele, Atom und Emotion. Auf diese Fragen suchen Menschen seit jeher Antworten. Im Mythos, in der Religion, der Wissenschaft – eine Suche mit Intellekt, Geistestechniken und Spiritualität.

Quantum

In der Videoarbeit Quantum rezitieren drei nackte schwangere Frauen einen Vortrag, den Max Planck 1944 über den Urgrund der Materie hielt. Planck postuliert, es gebe keine Materie an sich, nur eine Schwingung von Teilchen, hinter denen ein intelligenter Geist stehe. Der Geist sei das Wahre.

Am Ende einer Schwangerschaft steht die Geburt eines neuen Bewusstseins und eines neuen Körpers. Nirgends fallen Geist und Körperlichkeit so zusammen wie bei einer Geburt. Schmerz, Blut, Plazenta, Fruchtwasser, aber eben auch ein neues Ich, das in die Welt blickt. Möglicherweise deutet gerade diese enge Verbindung von Körperlichkeit und einem neuen Bewusstsein darauf hin, die Trennung von Geist und Materie – oder wie im 18. Jahrhundert formuliert: von Leib und Seele – könnte doch nur eine Fiktion sein.

Planck spricht von den Reichen des Stoffes und des Geistes. Hinter beiden vermutet er eine Intelligenz und hinter dieser ein Wesen. Derart gelangt der Begründer der Quantenphysik von der Schwingung der Elementarteilchen zu Geist und Gott. In ihrer Videoinstallation transformiert Graeff diese philosophisch-wissenschaftlichen Herleitungen: nackte Frauen mit Schwangerschaftsbäuchen und – nur auf den ersten Blick und nur scheinbar im Gegensatz dazu – die Überlegungen des Teilchenphysikers.

Die Videoarbeit ist offen. Aufnahmen mit weiteren Frauen aus verschiedenen Erdteilen sollen hinzukommen.

Ständer (Gemeinschaft)

In ihrer seriellen Installation Ständer (Gemeinschaft) stehen hunderte glasierte Keramiken in einer organischen Formation. Bauchige Hohlformen, die sich nach oben verjüngen und, betrachtet man sie von unten, innen in verschiedenen Rottönen lackiert sind. In den oberen Öffnungen Kerzen aus Bienenwachs. Zwischen den Ständern liegen Eicheln, seit jeher Symbole für Fruchtbarkeit, Leben und Unsterblichkeit. Die Beherrschung des Feuers gilt als eine der großen kulturellen Errungenschaften. Schon vor hunderttausenden von Jahren verlängerte das Feuer den Tag durch Licht und Wärme und ermöglichte so eine Erweiterung und Vertiefung der zwischenmenschlichen Kommunikation.

Die Keramiken haben etwas Phallisches und strahlen zugleich etwas Weibliches aus. Sie tragen beide Geschlechter in sich und für Graeff sind sie aus Ton gebrannte Ausformungen des siebten hermetischen Prinzips: Geschlecht ist in allem; alles trägt sein männliches und sein weibliches Prinzip in sich; Geschlecht offenbart sich auf allen Ebenen.

Die dem Hermes Trismegistos zugeschriebenen hermetischen Prinzipien gehören zu den Grundlagen der Alchemie. Sie gehen von der Geistigkeit des Universums aus und haben Parallelen in der zeitgenössischen Physik. Strings und Schwingungen, Materie und Antimaterie, das Kausalitätsprinzip, Teilchen und Antiteilchen, dunkle Materie und Energie finden sich in den Prinzipien bildhaft vorgezeichnet.

Das Kerzenständerfeld erscheint wie eine organische Masse voller Geschlechtlichkeit und Gemeinschaft. Die Flammen der Kerzen symbolisieren aber das Primat des Geistigen, das auch Planck postuliert. Wichtig ist Graeff die Gemeinschaft der Keramiken. Durch ihre Vielzahl und ihre Unterschiede schärft sich die Wahrnehmung und die Wertschätzung für die größeren und kleineren Abweichungen. Ein Effekt, der sich auch bei den Aufnahmen der Industriebauten oder Fachwerkhäuser von Bernd und Hilla Becher einstellt, bei welchen ebenfalls ein Teil der Schönheit und Faszination im Vergleich liegt. Daher ist die Gemeinschaft der Keramiken wichtig. In dieser liegt außerdem eine Spur zum Nebentitel der Ausstellung: Alle helfen Allen.

Die Arbeit Ständer (Gemeinschaft) soll sich entwickeln und verändern wie ein großer Organismus. Kerzenständer werden hinweggenommen und hinzukommen, wie bei einer Familie. Die Arbeit entwickelt sich weiter, bleibt im Geiste aber dieselbe Gemeinschaft und diejenigen Teile, die weggenommen werden, bleiben konzeptuell in Verbindung mit jener. Die Arbeit erinnert an das biologische Generationenprinzip vom Werden und Vergehen, das trotz der Veränderungen eine Familienkontinuität wahrt.

Cosmic Soup

Cosmic Soup, vier vertikal und horizontal gespiegelte Fotografien einer Pfütze, reflektiert die Entstehung des Lebens. Als vierteiliges Gesamtbild erinnern die Fotografien an eine Kröte. Jenes Tier, das zu seiner Entwicklung von der wasserbewohnenden Kaulquappe zum hüpfenden Landtier verschiedene Metamorphosen durchläuft.

Nach der Panspermie-Hypothese ist das Leben auf unserem Planeten extraterrestrischen Ursprungs und mit Kometen oder Asteroiden auf die Erde gekommen. Unabhängig davon, ob dies zutrifft, bestehen auf atomarer Ebene die Grundbausteine der Erde und damit auch des Lebens aus den Elementarteilchen einer früheren Sternengeneration.

Menschen bestehen aus Sternenstaub, möglicherweise aus der Explosion einer Supernova. Die Geburt unserer Sonne begann mit dem Sterben eines Sterns einer älteren Generation. Geburt und Tod bedingen einander auch im kosmischen Maßstab. Letztlich entstand das Leben auf der Erde durch Metamorphosen, Umgestaltungen der immer gleichen Elementarteilchen. Der Anschein, die Ursuppe sei etwas wesentlich anderes als eine Sternenexplosion, trügt. Alles ist eins, nur eben ständige Wandlung. Und so entstieg auch irgendwann das Leben einer Pfütze, um sich in dieser zu spiegeln oder wie Schelling mit Bezug auf den Homo sapiens formuliert haben soll: Im Menschen schlägt die Natur ihr Auge auf, um sich selbst zu betrachten.

The Cloud of Unknowing

In der Arbeit The Cloud of Unknowing ordnet Graeff sehr ähnliche, aber doch unterschiedliche Keramiken zu einem Kreis. Die Keramiken sind Abformungen der Glutealregion der Künstlerin, ihres Gesäßes während der Meditation. Beim Meditieren werden die Grenzen des Körpers und des Bewusstseins erweitert. Dies kann zu einer Überwindung der Subjekt-Objekt-Spaltung (von Ich und Welt) führen, zu einem buchstäblich un-differenzierten Zustand, der einer reinen Potentialität im Sinne der chinesischen Philosophie gleicht. In dieser reinen Potentialität gibt es noch keine unterschiedenen Objekte und doch ist sie zugleich der Ursprung von allem. Auch diese Potentialität, Wuji genannt, erinnert an Theorien der Quantenphysik, nach der das Universum, also Raum, Zeit und Materie, durch Quantenfluktuationen aus einem Vakuum, einer Leere, entstanden sind. In den Grenzbereichen kann eine Meditation den Zugang zu dieser Leere und Potentialität öffnen.

Auf der Suche nach dem Urgrund des Universums und des Geistes gelangen Wissenschaft und Weisheitslehren zum selben Ergebnis: der Leere. Dabei lassen sich körperliche und geistige Praktiken, die zu dieser Erkenntnis führen, nicht immer klar trennen. Meditation ist Geistes- wie auch Körperübung. In der Arbeit The Cloud of Unknowing verschmelzt Graeff allegorisch Geist und Fleisch.

Infinite Echo

Auch das Diptychon Infinite Echo reflektiert die Analogien der Form und den Kreislauf der Dinge, die Verbindung aller Wesen und die Transformation und Verschränkung von allem. Zwei analoge Fotografien: links ein mit Muscheln besetzter Stein, rechts ein golden schimmerndes Textil. Scheinbar unterschiedliche Gegenstände, aber tatsächlich verwandt, weil sich ständig alles verwandelt. Eine Muschel wird zu Staub, der Staub Teil der Erde. Aus der Erde wächst der Maulbeerbaum, dessen Blätter die Seidenraupe frisst, aus deren Kokon die Seidenfäden gewonnen werden, mit welchen die Seide gewebt wird. Auch hier schimmern die hermetischen Prinzipien von Analogie, Polarität und Schwingung hindurch. Alles spiegelt und wiederholt sich, alles ist zweifach, alles Schwingung. Das 2. Prinzip zur Analogie: „Wie oben, so unten; wie innen, so außen; wie der Geist, so der Körper“, das 3. zur Schwingung: „Nichts ruht; alles ist in Bewegung; alles schwingt“ und das 4. zur Polarität: „Alles ist zweifach (…), Gegensätze sind ihrer Natur nach identisch, nur in ihrer Ausprägung verschieden“.

Nach romantischer Lesart ist es Aufgabe der Künstlerin, im Individuellen das Wesen, das Allgemeine, die Idee zu erblicken und durch Kunst sichtbar zu machen. So formulierte Schelling: „Die Kunst ist dem Philosophen das Höchste, weil sie ihm das Allerheiligste öffnet, wo in ewiger und ursprünglicher Vereinigung gleichsam in einer Flamme brennt, was in der Natur und Geschichte gesondert ist, und was im Leben und Handeln, ebenso wie im Denken, ewig sich fliehen muss.“ Klingt nach Planck: Alles ist im Urgrund Geist. Eine Vermählung von Wissenschaft, Romantik und Okkultem. Alles verbunden.

Scintilla

Die analoge Fotografie Scintilla zeigt einen kleinen, roten, angefressenen Pilz auf einem mit Laub bedeckten Waldboden. Menschen leben mit Pilzen im Körper und essen sie. Sie backen mit ihnen, stellen mit ihrer Hilfe Alkohol her, auch Wein oder Käse. Besonders in der chinesischen Medizin werden Pilze als Heilmittel genutzt und auf der ganzen Welt als spirituelles Rauschmittel. Sie sind Lebewesen, aber weder Pflanzen noch Tiere. Als Destruenten zersetzen sie organische Substanzen in anorganische und bilden somit einen wichtigen Teil des Stoffkreislaufs. Der Pilz mit dem roten Hut ist also weniger Phallussymbol als vielmehr Verweis auf die Verbindung von Allem mit Allem und den Zusammenhang von Geist und Materie.

Alle helfen Allen

Der kreisförmige Text der Leuchtschrift Alle helfen Allen scheint auf den ersten Blick einfach, ist tatsächlich aber vieldeutig. Man kann einem Hilfsbedürftigen helfen oder einem Tyrannen. Selbst durch unser Unterlassen können wir helfen. Ein Verbrechen zu ermöglichen, die Umwelt zu schädigen oder den Gemeinsinn zu untergraben. Durch eine Bestellung bei Amazon helfen wir, Jeff Bezos noch reicher zu machen. Jedes Tun und jedes Unterlassen haben eine Wirkung. Menschen neigen dazu, dualistisch zu denken und alles in richtig und falsch, Gut und Böse, einzuteilen. Löste man sich von diesem Dualismus, stellte sich die Frage, ob dann weitere Zusammenhänge erkannt werden könnten. Unabhängig davon scheint allerdings klar, dass „Alle helfen Allen“ keinen geringeren Wahrheitsanspruch haben sollte als „Keiner hilft Keinem“, so der Titel einer Arbeit von Jörg Schlick aus dem Jahr 1991, Wahlspruch der Lord-Jim-Loge, zu der auch Martin Kippenberger gehörte. Welches Diktum als Ausgangspunkt des Denkens zeitgemäß sei, wäre jedenfalls eine Diskussion wert.

Der Gedanke, alles habe einen gemeinsamen Grund und dieser sei nicht materiell, sondern durchdrungen von den immer gleichen Energien, Schwingungen und Kräften, steht hinter der gesamten Ausstellung. Dieser Gedanke könnte wegführen von einer Weltsicht, die allein auf das Materielle ausgerichtet ist und die Idee des Individuums dafür missbraucht, jeglichen gemeinsamen Geist für unmöglich zu erklären. Nach dem Standardmodell der Physik gibt es Kräfte, die in allem wirken. Solche Kräfte und Wechselwirkungen gibt es auch im Spirituellen und Sozialen. Vielleicht sind diese gemeinschaftsstiftenden Kräfte ja sogar die dunkle Energie, nach denen die Wissenschaft bis heute sucht.

In der Ausstellung von Isabelle Graeff ist alles mit allem verbunden. Zu den Einflüssen ihrer Arbeit zählen KünstlerInnen wie Wolfgang Tillmanns oder Nan Goldin, für die jüngsten Arbeiten auch Joseph Beuys. Letztlich schafft Graeff aber ihren ganz eigenen Kosmos. Über Traditionslinien hinaus sind die Künstlerin und ihr Werk – wie alle Menschen und alle Kunst – Teil eines größeren Ganzen, einer reinen Potenzialität. Der Zugang zu dieser ist nicht einfach. Ein erster Schritt könnte eine Erweiterung des Bewusstseins sein und die Auflösung allzu einfacher Dualitäten – mit Hilfe von Intellekt, Geist, Kunst und des Diktums: Alle helfen Allen.

 

Matter & Mind (Alle helfen Allen)

In her second solo exhibition at SEXAUER, Isabelle Graeff explores questions of matter and mind, body and soul, atom and emotion through ceramics, photography and a video installation. Humans have always been searching for answers to these questions: through myth, religion, science – a search through intellect, mental techniques and spirituality.

Quantum

In the video work Quantum, three women, naked and pregnant, recite a lecture given by Max Planck in 1944 on the nature of matter. Planck states that there is no matter as such, but only a vibration of particles behind which there is an intelligent mind. The mind, then, is the truth.

At the end of a pregnancy, the birth of a new mind and a new body occurs. Nowhere do the mind and corporeality coincide as they do in childbirth. Pain, blood, placenta, amniotic fluid, but also a new self that gazes into the world. Perhaps precisely this close connection between corporeality and a new consciousness suggests that the separation of matter and mind—or as the 18th century would have it: of body and soul—could only be fictitious after all.

Planck speaks of the realms of the material and the mind. Beyond both, he assumes intelligence and, further beyond this, a being. The founder of quantum physics thus moves from the vibration of elementary particles to spirit and God. Graeff transforms these philosophical-scientific deductions in her video installation: naked women with pregnant bellies (only at first glance and only seemingly) in contrast to the remarks of the particle physicist.

The video work is open-ended. Footage with more women from different parts of the world is to be added.

Ständer (Gemeinschaft)

Graeff’s serial installation Ständer (Gemeinschaft) has hundreds of glazed ceramics arranged to an organic shape. These hollow, rounded shapes taper up to a narrow top and show different shades of red glaze on the inside when viewed from below. Their mouths hold beeswax candles. In between the holders are acorns, symbols of fertility, life, and immortality since time immemorial. The control of fire is recognized as one of the significant cultural achievements. Even hundreds of thousands of years ago, fire prolonged the days through its light and warmth, allowing for the broadening and deepening of interpersonal communication.

The ceramics are somewhat phallic, yet they simultaneously emanate femininity. They bear both genders within, and for Graeff, they are clay-fired expressions of the seventh hermetic principle: Gender is in everything; everything has its masculine and feminine principles; gender manifests on all planes.

The hermetic principles attributed to Hermes Trismegistos are part of the fundamental principles of alchemy. They take the spiritual nature of the universe as given and show parallels to modern physics. Strings and oscillations, matter and antimatter, the causality principle, particles and antiparticles, dark matter and energy are all vividly depicted within the principles.

The whole field of candle holders appears like an organic mass of sexuality and communality. The candle flames, however, symbolize the primacy of the spiritual, which Planck also postulates. What is important to Graeff is the communality of the ceramics. Their multitude and differences heighten the perception and appreciation of major and minor variations. This effect is present in Bernd and Hilla Becher’s images of industrial structures or timber-framed houses, where part of the beauty and fascination also lies in the comparison. Therefore, the communality of the ceramics is significant. Therein also lies a hint towards the exhibition’s subtitle: Alle helfen Allen, everybody helps everybody.

The work Ständer (Gemeinschaft) is to develop and change like a large organism. Candle holders will be added and removed, coming and going just like in a family. The work will evolve, but the communality will remain the same in spirit, and removed pieces will maintain a conceptual connection to those remaining. The work is thus reminiscent of the biological principle of generations, of growth and decay, which, despite alterations, preserves familial continuity.

Cosmic Soup

Cosmic Soup, a work with four vertically and horizontally mirrored photographs of a puddle, reflects on the origin of life. The photographs as a quadripartite ensemble are reminiscent of a toad, an animal that metamorphoses from a water-dwelling tadpole to a leaping terrestrial animal.

The panspermia hypothesis maintains that life on our planet is of extraterrestrial origin and arrived on Earth via comets or asteroids. Regardless of the validity of this hypothesis, the constituents of Earth, and thereby of life, consist of the elementary particles of an earlier generation of stars at the atomic level.

Humans are of stardust, possibly from a supernova explosion. The birth of our sun began with the death of a star of a previous generation. Birth and death determine each other also on a cosmic scale. Eventually, life on Earth resulted through metamorphoses, rearrangements of the invariably same elementary particles. The impression that the primeval soup is essentially different from a star explosion is deceptive. Everything is one but constantly changing. And thus, life arose from a puddle at some point to be reflected in it, or as Schelling supposedly formulated it regarding the Homo sapiens: With humans, nature opens her eye to look upon herself.

The Cloud of Unknowing

With her work The Cloud of Unknowing, Graeff arranges very similar and yet different ceramics in a circle. The ceramics are impressions of the artist’s gluteal region, her buttocks during meditation. While meditating, the boundaries of the body and consciousness expand. Through this practice, the subject-object separation (of self and world) can be overcome, leading to a literally un-differentiated state that resembles pure potentiality as defined in Chinese philosophy. In this pure potentiality, the objects are not yet differentiated, and yet it is at the same time the origin of everything. This potentiality, called Wuji, is also reminiscent of quantum physics theories, according to which the universe—space, time and matter—originated from a vacuum, a void, through quantum fluctuations. In the liminal zones, meditation can provide access to this void and potentiality.

In search of the origin of the universe and the mind, science and spiritual teachings come to the same conclusion: the void. Yet bodily and mental practices that lead to this insight cannot always be clearly separated. Meditation is both a mental and a bodily exercise. In her work The Cloud of Unknowing, Graeff allegorically merges spirit and flesh.

Infinite Echo

The diptych Infinite Echo similarly reflects the analogies of form and the cycle of things, the interconnection of all beings and the transformation and entanglement of everything. Two analogue photographs: on the left, a stone adorned with shells, on the right, a golden shimmering fabric—seemingly disparate objects, but interrelated since all things constantly change. A shell turns to dust; the dust becomes part of the earth. Out of the earth, the mulberry tree grows, the silkworm eats its leaves, from whose cocoon the silk threads are extracted, with which the silk is woven. Once again, the hermetic principles of analogy, polarity and vibration shimmer through. Everything reflects and repeats itself; everything is dual, everything is oscillation. The 2nd principle on analogy: “As above, so below; as within, so without; as the spirit, so the body”, the 3rd on oscillation: “Nothing rests; everything is in motion; everything vibrates”, and the 4th on polarity: “Everything is dual (…), opposites are identical in nature but different in degree.”

The task of the artist, according to the Romantics, is to glimpse the essence, the universal, the idea in the individual and to render it visible through art. Hence Schelling wrote: “Art is the highest form of thought for the philosopher because it opens, as it were, the holiest of holies for them, where, in eternal and primordial unity, it burns in one flame what is separate in nature and history, and what in life and action, just as in thought, must eternally take flight.” It sounds rather like Planck: Primordially, all is spirit. A marriage of science, romanticism and the occult. Everything is connected.

Scintilla

The analogue photograph Scintilla shows a small, red, bitten mushroom on a foliage-covered forest floor. People live with fungi in their bodies and eat them. They bake with them, use them to make alcohol, wine or cheese. Especially in Chinese medicine, fungi find therapeutic application, and all over the world they are used as spiritual stimulants. They are living beings, yet they are neither plants nor animals. As decomposers, they break down organic substances into inorganic ones and thus form an important part of the material cycle. The mushroom with the red hat can, therefore, should not be read as a phallic symbol but primarily as a reference to the interconnection of everything with everything else and the relationship between mind and matter.

Alle helfen Allen

The circle-shaped text of the neon sign Alle helfen Allen (Everyone helps everyone) seems simple at first glance but is, in fact, ambiguous. One can help someone in need or a tyrant. We can even be helping by our inaction, enabling a crime, harming the environment, or undermining public spirit. By placing an order with Amazon, we help make Jeff Bezos even richer. Every action and inaction has an impact. People tend to think in binaries and to divide everything into right or wrong, good or evil. If one were to abandon this dualism, it would be questionable whether it would still be possible to grasp interrelationships. Nevertheless, Alle helfen Allen should surely have no less validity than Keiner hilft Keinem (Nobody helps Anybody), the title of a 1991 work by Jörg Schlick, the motto of the Lord Jim Lodge, of which Martin Kippenberger was a member. Indeed it is worth debating which dictum is timely as a point of intellectual departure.

The whole exhibition is driven by the idea that everything has a common source and that this is not material but is permeated by the same energies, vibrations and forces. This idea could be a way out of a perspective, which is only oriented towards the material and abuses the idea of the individual to deem any common spirit to be impossible. According to the standard model of physics, forces are operating within everything. Such forces and reactions also exist in spiritual and social realms. These communal forces may, in fact, be the dark energy that science has been searching for to this day.

In Isabelle Graeff’s exhibition, everything is connected to everything else. Among some of the influences on her work are artists such as Wolfgang Tillmanns or Nan Goldin, and for the most recent works, also Joseph Beuys. However, Graeff ultimately creates her own cosmos. Beyond any traditions, the artist and her work—like all people and all art—are part of a greater whole, a pure potentiality. Accessing this is not easy. An initial step could be an expansion of consciousness and the dissolution of oversimplified dualities—through intellect, mind, art, and the dictum: Everybody helps everybody.

 

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